Das digitale Update vom 13. Mai 2022



  • In seinem neuen Musikvideo (Are they still a thing? Ich streite immernoch mit meinem Bandkollegen – aber die Drehs machen Spaß) droppped Kendrick Lamar seine Lines dank Deepfake-Technologie mal als Will Smith, mal als Kanye West. Les Boys vom Social Media Watchblog haben's gecheckt: Deepfakes sind im Mainstream angekommen.

  • Ok, das Buch von Kurt Krömer über Depressionen kommt gut an und Richard David Precht verkauft sich auch gut. Kriegt man irgendwie peripher mit, weiß man. Aber wer verkauft sich eigentlich richtig scheiße? Na, zum Beispiel Bill Kaulitz mit seinem Buch "Career Suicide", Joschka Fischer ("Zeitenbruch"), Papst Franziskus ("Ich trage euch in meinem Herzen") und, oh mann, Karl Lauterbach ("Bevor es zu spät ist"). Quelle hier.

  • Dass Gwyneth Paltrows esoterischer Onlineshop "Goop" ein riesiger Scam ist, kommt jetzt nicht als News. Wir erinnern uns: Die Kerze, die nach ihrer Vagina riecht. Ein Kaffee-Einlauf-Set. Ein Spray, das vor Vampiren schützt. Nach diesen ganzen Krachern stellten die New Ager jetzt bei Insta ihren neuesten Coup vor: The Diapér mit Elementen aus Alpakawolle und ✨ cleansing ✨ Bernstein duftet nach Jasmin und Bergamotte – "für ein revitalisiertes Baby". Plot Twist: Diesmal handelte es sich wirklich um ein Fake-Produkt. "It was designed to piss us off", sagt Gwyneth, und nutzt die Aufmerksamkeit der Empörten, um Spenden für Menschen zu sammeln, die sich keine Windeln leisten können und um was beim vermurksten US-Steuersystem zu drehen. Irgendwie trotzdem nur so halb geil, wenn man bedenkt, dass das Team die Empörung über Luxuswindeln relatable findet, der Rest der Shops aber vollgestopft ist mit sinnlos-überteuertem Selbstoptimierungsmüll.

  • Dafür, dass Twitter niemals so richtig Mainstream in Deutschland war und nur wir paar Idioten dort rumhocken, wird ziemlich viel darüber gesprochen. Schon richtig, weil es woanders Politik und Gesellschaft so prägt, dass es auch unser Leben beeinflusst. Trotzdem eigentlich ganz schön bescheuert. Also nur Schnelldurchlauf: Elon hat es immernoch nicht sicher in der Tasche, Donald darf jetzt vielleicht dort hin zurückkommen, Boris Johnson ist dafür schon da, ein paar wichtige Twitter-Mitarbeitende sind wiederum jetzt weg und die Promis mit den vielen Followern (Justin Bieber oder Lady Gaga) sagen schon lange nix mehr.