Das digitale Update vom 16. März 2022

  • Diese Woche ging meine ganze Weltordnung kaputt: Lemminge begehen überhaupt keinen kollektiven Selbstmord! Der Mythos stammt aus der Disney-Doku White Wilderness von 1958, in welcher die possierlichen Tierchen augenscheinlich freiwillig in die Fluten springen. Blöd nur, dass dahinter die Filmcrew selbst steckte, die die Tiere eingekauft und ihnen den tödlichen Schubs gegeben hatte. Wie abgefuckt kann man sein? In Wahrheit regulieren Lemminge übrigens durchaus ihren eigenen Artenbestand, indem manche sich aus dem Staub machen, wenn es zu viel wird – und das kann als kleines fettes Knuddelteil auch ohne Kamikaze-Aktion ein recht gefährliches Unterfangen werden.

  • Wer den Namen Boris Reitschuster tatsächlich noch nie gehört hat, sollte ihn sich langsam merken. Sein Blog gehört zu den wichtigsten Quellen für Desinformation über Covid-19 in Deutschland. Jetzt wurde er von der Bundespressekonferenz in Berlin ausgeschlossen, die er immer wieder als Bühne für Verschwörungsmythen nutzte. Den Typen muss man echt im Auge behalten. Wenn ihr also in Montenegro an ihm vorbei spaziert, spuckt ihm vorbeugend mal in den Schmorbraten.

  • Unabhängige Nachrichten in Russland sichern: Wer eine der letzten Instanzen retten will, die die russische Bevölkerung nicht mit Propaganda beballert, sondern mit Fakten, sollte bei Meduza Mitglied werden oder einmalig spenden. Die russische Leserschaft darf nicht mehr zahlen, aber wir könnten und sollten es statt ihrer tun.

  • Talk Shows sind für mich Orte, an denen es nicht schweinisch genug zugehen kann: Je mehr Beef und je höher der Kaputte-Tische-Headcount, desto besser! Ist bei euch genauso? Tja! Wir sind nicht die breite Masse! Kürzlich nämlich las ich, dass die meisten Deutschen Talk Shows zum Einschlafen sehen und bei Streit deshalb lieber wegschalten*. Je erbärmlicher und zum Kotzen öde das Gespräch also verläuft, desto besser für die verdammten Sofaboomer. Deshalb laufen Talk Shows auch so spät und gehen ewig!